Verträge Nuklearbereich

Non Proliferation Treaty (NPT)

Zweifellos der wichtigste Vertrag im Nuklearbereich ist die Non Proliferation Treaty (NPT) von 1970. Darin verpflichten sich die Nicht-Nuklearwaffenstaaten, auf Atomwaffen weiterhin zu verzichten. Die Nuklearwaffenstaaten ihrerseits versprechen, das Wettrüsten zu stoppen und auf eine Abrüstung hinzuarbeiten. Gleichzeitig erlaubt der Vertrag eine zivile Nutzung der Kernenergie durch die Nicht-Nuklearwaffenstaaten - dies unter Kontrolle der Internationalen Atomenergie Agentur (IAEA) - sowie eine Unterstützung durch die Nuklearwaffenstaaten. Mitglieder des NPT sind heute sämtliche Länder der Welt mit Ausnahme von Indien, Israel, Nordkorea Pakistan und Südsudan.

Die Kontrollen der zivilen nuklearen Tätigkeiten sind im Vertrag vorgeschrieben und werden durch die IAEA übernommen. Für die Abrüstung von Kernwaffen gibt es keinen verbindlichen Zeitplan.

International Partnership for Nuclear Disarmament Verification (IPNDV)

Die USA haben 2014 eine Initiative (International Partnership for Nuclear Disarmament Verification IPNDV) gestartet, bei der es darum geht, Methoden zu entwickeln, mit denen auch Nichtkernwaffenstaaten die Abrüstungsschritte verfolgen und verifizieren können. Natürlich sollen und dürfen dabei keine Informationen zum Bau von Kernwaffen an die Nichtkern-waffenstaaten übergehen. Das Labor Spiez beteiligt sich an den Arbeiten in den technischen Arbeitsgruppen der IPNDV.

Comprehensive Test Ban Treaty (CTBT)

Im Rahmen der alle 5 Jahre stattfindenden Verhandlungen über die Umsetzung des NPT kamen die Parteien 1995 überein, einen Vertrag über ein umfassendes Verbot von Nuklearwaffen-versuchen (Comprehensive Test Ban Treaty, CTBT) auszuhandeln. Dieser Vertrag verbietet Nuklearwaffentests in der Atmosphäre, unterirdisch und unter Wasser. Er ist zwar noch nicht in Kraft, wurde aber von 183 Staaten (stand Sept. 2015) unterschrieben und wird von diesen eingehalten.

Die Einhaltung eines Vertrages muss kontrolliert werden können. Deshalb arbeitet die Preparatory Commission der CTBTO an einem Überprüfungssystem. Dazu gehört ein weltweites Netz von 321 Messstationen. Es sind dies Seismik-, Radionuklid-, Infraschall- und Hydroakustikstationen sowie 16 Radionuklidlaboratorien, welche die Effekte möglicher Nuklearexplosionen messen und die Daten laufend zur Auswertung nach Wien senden. Die Ergebnisse stehen allen Vertragsmitgliedern zur Verfügung. Das Netz ist so ausgelegt, dass Explosionen von 1kT an jedem Punkt der Erde entdeckt und lokalisiert werden sollen. Das System ist etwa zu 85 -90% fertiggestellt und bei einigen Ereignissen hat es bewiesen, dass es die geforderte Empfindlichkeit übertreffen wird.

Im Verdachtsfall gibt es zudem das Mittel der On Site Inspection (OSI), um definitiv abzuklären, ob es sich bei einem verdächtigen Ereignis tatsächlich um eine Nuklearexplosion handelt - der Vertrag also verletzt wurde - sowie um den Urheber einer allfälligen Verletzung zu eruieren. Auch für diese Messungen vor Ort beschafft die CTBTO Messgeräte, sie bildet Inspektoren aus und organisiert Übungen.

Das Verifikationsregime ist bereits sehr gut ausgebaut. Das Labor Spiez beteiligt sich an der Erarbeitung des On-Site Inspektionsregimes (OSI), einerseits durch Mitarbeit am OSI-Handbuch, andererseits durch Teilnahme an OSI-Übungen sowie in Workshops als Experten für die Messung von Radionukliden.


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